Chandler Project - Open-Source-PIM als Outlook-Alternative

08.07.08 - 09:14

Mit Chandler soll man den Überblick behalten über Termine, Projekte und Notizen. Wir haben uns das Open-Source-Tool angesehen. Kann es einen Personal Information Manager (PIM) wie Outlook ersetzen?

Chandler Projekt - Open Source PIM als Outlook-Alternative

Die aktuelle Versionsnummer 0.7.7 weist zwar auf einen frühen Zeitpunkt im Entwicklungsprozess hin, aber das Chandler Project besitzt bereits eine stabile Basis, die einen Produktiveinsatz durchaus zulässt. Entwickelt wird die Open-Source-Software von der Open Source Applications Foundation (OSAF), in deren Vorstand mit Mitchell Baker und John Lilly zwei Schwergewichte aus der Mozilla Foundation sitzen. Die OSAF wurde 2001 von Mitchell Kapor, dem Gründer von Lotus und späterem Vorsitzenden der Mozilla Foundation gegründet. Ziel der OSAF-Gründung war eine Open-Source-Alternative zu Microsofts Outlook zu entwickeln: eben das Chandler Project.

Das multiplattformfähige Projekt befindet sich derzeit noch in der Entwicklungsphase. Dennoch lassen sich schon alle Funktionen eines PIM-Werkzeugs wie die Verwaltung von Adressen, Terminen, Notizen, E-Mails und anderem komfortabel nutzen. Die Chandler-Macher nennen ihr Projekt selbst "The Note-to-Self-Organizer" und gehen damit auf die Notiz als Basis von Chandler ein. Dabei spielt das "Getting Things Done"-Konzept von David Allen eine bedeutsame Rolle. Informationen werden als Notizen aufgenommen, in Collections geordnet und besitzen einen Status: "jetzt", "später" oder "fertig".

Daten importieren und weiterverwenden

Chandler ist in der Lage, Daten aus anderen Anwendungen wie Microsoft Outlook, Palm, Apple iCal oder Mozilla Sunbird zu übernehmen. Voraussetzung dafür ist eine zuvor aus der entsprechenden Anwendung exportierte .ics-Datei. In Fällen, in denen ein direkter Export nicht möglich ist (z.B. Outlook), hilft eine Anleitung weiter.

Interessant ist das Chandler Project auch durch den "Chandler Hub", einem integrierten Server-Hub, über den die Software zu einer Groupware für kleinere Gruppen ausgebaut werden kann. Dazu wird ein Account im Netz eröffnet, in dem Chandler-Desktop die Daten speichert. Der Nutzer hat dadurch die Möglichkeit, seine Daten mit anderen zu teilen und den Hub als Backup-Lösung einzusetzen. Schön ist auch das Angebot von Chandler Web, per Web auf die Daten aus dem eigenen Account zuzugreifen. So hat man jederzeit alle persönlichen Daten zur Hand und dass unabhängig von der eigenen Hardware. Natürlich lassen sich auch mehrere Rechner plattformunabhängig miteinander synchronisieren, so dass Desktop, Laptop und PDA immer auf dem gleichen Stand sind.

Ausblick und Fazit

Die OSAF hat nach einer Restrukturierung gerade damit begonnen, eine entwicklungsfreudige Community für das Chandler Project aufzubauen. Geplant ist außerdem der Rückzug von Mitch Kapor aus dem Vorstand, allerdings wird die Mozilla Foundation weiterhin Aufbauhilfe auch finanzieller Art leisten. Letztlich wird der Erfolg von Chandler aber von einer breiten Nutzerzahl und den daraus hervorgehenden Entwicklungen abhängen. Großes Potential haben z.B. Web Widgets für die Web-Anwendung. Mit dem Chandler Quick Entry Gadget zur schnellen Erstellung neuer Notizen via iGoogle ist bereits ein Anfang gemacht.

Gelingt es der OSAF eine begeisterte Community für ihr Projekt zu gewinnen, könnte das ehrgeizige Ziel, eine Outlook-Alternative als Open Source zu etablieren, gelingen.

(Falk Hedemann)

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