Gestorzte Startups (1/5): Babbel.com
Es gibt sie noch, die Benutzeroberflächen, die einen sagen lassen: Ja, crazy shit, die ist ja mal richtig gut. Und schön. Und schnell. Und es gibt sie noch (und wieder), die Web-2.0-Startups, die nicht aus dem Valley kommen, sondern aus Deutschland. Und es gibt sie noch, die alte Sehnsucht danach, die Leute im Urlaub halt endlich auch mal zu verstehen.
Ok, suchen Sie nicht weiter: Babbel ist Ihre Antwort.
Babbel.com ist ein Startup aus Berlin, das seit gut einem halben Jahr im umkämpften Markt des Online-Sprachlernens mitmischt. Dies aber mit einer Adobe-Air-basierten Benutzeroberfläche, die mit allen Designwassern gewaschen ist, und einem bunten Strauß an Funktionen, der Babbel unter den vielen anderen Diensten, die einem das Italienisch oder Spanisch reinpressen wollen, ganz oben ansiedelt.
Kein Wunder insofern, dass sich Babbel erst kürzlich über eine substanzielle neue Finanzspritze von Investoren freuen konnte. Geld gibt es mit guten Userzahlen, und gute Userzahlen gibt es mit 1a Usability und stabilem Spaßmoment. Und es sind, wie bei Web-2.0-Plattformen üblich, die User, die den Dienst eigentlich ausmachen: Man lernt auf Babbel vor allem von den anderen. Per Message, per Forum, per Chat, per Voice, per Tutorial.
Klar, es gibt auch flickr-bebilderte Vokabeltrainer und lernkurvenoptimierte Multimediaanwendungen der Sorte 2.0, doch durch die internationale Mischung von zigtausend Usern findet sich schnell auch ein Muttersprachler, der einem den Tandempartner macht. Von Mensch zu Mensch lernt sich's am schönsten.
Mal ehrlich, auf jeder anderen Plattform müsste man hinter "Hallo, ich heiße Susi und möchte gern Französisch lernen, wer will mir helfen?" doch den Scherz eines pubertären Grenzdebilen vermuten, wie es sie im Web so viele zu geben scheint. Auf Babbel aber? Ist das ernst gemeint!
Die Community-Funktionen erlauben es, schnell und unkompliziert eine Zielgruppe zu erreichen, die zwangsläufig dieselben Interessen hat: Sprache lernen, Auslandsurlaub planen, schnelle Übersetzungshilfe kriegen, wenn die Deadline drückt. Bei den Begriffen "social network" und "Community" muss man heute fast schon gähnen (und die Idee, Sprachlernen rund um soziale Interaktion aufzubauen, ist auch nicht neu), wer aber Babbel antestet, merkt: Macht Spaß, macht Sinn, ist hübsch und clever umgesetzt.
Also: Für Spanisch, Französisch, Italienisch, Deutsch und Englisch müssen Sie sich beim nächsten Urlaubsflirt wohl fragen lassen: Stammelst Du noch oder babbelst Du schon? Lernen Sie mit. Holá, Hallo, Hello, Ciao, Salut Babbel!
Über den Autor
Sacha Storz ist Autor und Lektor und veröffentlichte bis dato zahlreiche Artikel in Zeitschriften und Lokalzeitungen. Seit fünf Jahren arbeitet er primär im Bereich Open Source und Linux und ist seit 2008 Lektor beim Verlag Open Source Press.











Netter Neologismus :) Wenn die derart vorgestellten Geschäftsideen weiter so gut ausgewählt und unterhaltsam beschrieben werden, wird es bald heißen: "Sie brauchen eine Finanzspritze für ihr Startup? Ist das denn schon gestorzt?"
Cool gemacht, auch wenn ich zuerst dachte, dass Du die Sturtups durch den Kakao ziehst. Babbel hat den Spritze von Kizzo bekommen, damit das Internet-Baby sich gut entwickelt. ;)
Der Artikel storzt leider, ich meine strotzt leider nur so voll selbstgefälliger Oberflächlichkeit und Plattitüden... Was will uns der Autor damit sagen?
@Petra Panther: Kannst Du da mal konkret werden? Wo liest Du in dem Text denn "selbstgefällige Oberflächlichkeit und Plattitüden" heraus?