Google Chrome: Ritterschlag für die Rendering-Engine WebKit
Entstanden ist WebKit aus der mehr als 30 Jahre alten Rivalität zwischen Apple und Microsoft. Lange Zeit war der Internet Explorer der vorinstallierte Standard-Browser auf jedem Mac - eine Gegenleistung, damit Microsoft weiterhin Mac-Versionen seiner Office-Suite herausbrachte. Vor gut fünf Jahren verkündete Apple-Chef Steve Jobs, dass man einen eigenen Browser namens Safari herausbringe. Apple hatte sich die HTML-Engine KHTML und die JavaScript-Engine KJS aus dem KDE-Projekt genommen und sie selbst weiterentwickelt. Bei WebKit heißen diese Bestandteile WebCore und JavaScriptCore. Das war der Startschuss für eine interessante Karriere.
Von Safari bis Chrome
Die zunächst zögerliche Zusammenarbeit Apples mit der Open-Source-Community sorgte für einigen Unmut. Heute ist WebKit unter LGPL- und BSD-Lizenzen veröffentlicht. Wie man im Wiki des Projekts nachlesen kann, setzt eine ganze Reihe von Programmen darauf.
2005 nahm sich beispielsweise Nokia WebKit an, um es wiederum für eigene Zwecke abzuwandeln. Es entstand der Browser für die S60-Series. Den nächsten Schub gab es 2007 durch Apples iPhone und iPod touch, die fürs Websurfen ebenfalls auf WebKit setzen. Im selben Jahr sorgte Apple dafür, dass die Rendering-Bibliothek auf Windows portiert wurde und brachte eine entsprechende Safari-Version heraus.
Nachdem Google in diesem Jahr verkündete, bei seinem Smartphone-Betriebssystem Android auf WebKit zu setzen, schien die Render-Bibliothek zumindest fürs mobile Internet eine wichtige Nummer zu werden. Auf dem Desktop hingegen spielte sie weiterhin nur eine untergeordnete Rolle.
Googles neueste Entscheidung, sie auch beim eigenen Browser Chrome zu verwenden, verschiebt die Gewichte jetzt enorm. War WebKit bislang ein Nischenangebot, wird es in den nächsten Wochen und Monaten zum Mainstream. Das jedenfalls ist angesichts von Googles Marktmacht zu erwarten.
Tipps und Tools
Gute Nachricht für Webdesigner und andere Webentwickler: WebKit hält sich weitgehend an Standards und hat nicht nur den Acid2-Test, sondern inzwischen auch den Acid3-Test bestanden. Mit diesen Tests lässt sich überprüfen, inwiefern der Browser beispielsweise CSS und JavaScript standardkonform behandelt.
Ein wichtiges Tool für Developer ist im Safari Xyle scope von Cultered Code, das bei der Entwicklung von Stylesheets und CSS hilft. Von der beliebten Firebug-Extension für den Firefox gibt es mit Firebug lite eine Variante für Safari, Opera und Internet Explorer.
Ausführliche Informationen zu WebKit gibt es außerdem auf der offiziellen Website des Projekts. Hier kann man sich die neueste Version für Windows und Mac OS X herunterladen und findet nützliche Hinweise in einem Wiki.











