Google greift erneut nach dem TV-Werbemarkt
In dem Adweek-Artikel beschreibt der für das TV-Ressort zuständige Google-Manager Keval Desai, warum Google für den TV-Markt wichtig sein wird. Nach seiner Feststellung ist Werbung im TV derzeit größtenteils nicht messbar. Google beabsichtigt daher, TV-Werbung genauso mess- und zählbar zu machen wie die Online-Werbung.
Rein technisch basieren die Google TV-Ads auf einer Set-Top-Box als Herzstück, die Zusatzinformationen zu den Werbespots liefert. Die TV-Zuschauer können dann per Fernbedienung einzelne Spots ausblenden. Diese Daten werden im Anschluss von Google ausgewertet und den Werbenden übermittelt, die so Feedback über den Erfolg oder den Misserfolg ihrer Spots bekommen. Bisher gab es lediglich die Möglichkeit zu ermitteln, wie viele Zuschauer bei bestimmten Werbungen umgeschaltet haben.
Der Sprung ins TV-Geschäft wäre für Google ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer umfassenden Werbeplattform für alle Medientypen. Google könnte dann einen Medienmix anbieten, der auf die individuellen Bedürfnisse der Werbenden abgestimmt ist.
Noch ist Google davon allerdings weit entfernt. Lediglich 14 Millionen US-Haushalte erreicht man momentan über das Satellitennetzwerk von Echostar Dish. Desai kündigte nun an, Google werde derzeit laufende Verhandlungen in den nächsten Wochen abschließen und dann über eine deutlich größere Reichweite verfügen.
Neben der Reichweitenvergrößerung stellt Desai vor allem die Perspektive für kleinere Unternehmen in der Vordergrund der neuen Kampagne. Viele kleine und mittelständische Unternehmen hätten noch nie TV-Werbung geschaltet und könnten gerade über Google einen passenden Nischensender finden. Daraus ergäbe sich dann ein großer Vorteil für die TV-Unternehmen, die auch ihre kleinen Spartensender besser vermarkten könnten.
Fazit
Der TV-Werbemarkt ist sicherlich ein sehr lohnender Geschäftsbereich. Da ist es nur konsequent, dass die führende Online-Marketing-Maschine Google auch hier einen Teil des Kuchens einfordert. Die bisherigen Probleme bei der Umsetzung ergeben sich aus der Tatsache, dass der TV-Markt im Gegensatz zum Internet-Markt bereits eine lange Tradition aufweisen kann. Der Pionier der Internetwerbung wird im TV-Sektor also zum Herausforderer bestehender Strukturen. Und auch die Konkurrenz wird wachsam sein und einen vergleichbaren Durchmarsch wie im Internetbusiness sicher nicht zulassen. Letztlich wird wohl der Zuschauer bestimmen, ob es einen Platz für eine neue Art der TV-Werbung gibt.
Update vom 9.9.2008: NBC Universal und Google haben per Pressemitteilung ihre Zusammenarbeit bekannt gegeben.











Erfreulich ist zumindest, dass TV-Werbung sich verändern, besser auf die Zuschauer ausgerichtet sein wird in der Zukunft.
Die traditionelle Art der TV-Werbung hat meiner Ansicht nach zu große Streuverluste, den Zuschauern wird zu viel für sie nicht relevante Werbung zugemutet. Dadurch sinkt die Akzeptanz doppelt (nicht relevant /nervt und der einzelne Zuschauer muss mehr Werbung anschauen).
Kann die Werbung genauer adressiert werden, dürfte es spannend sein, wie die Preise sich entwickeln, denn nachweislich bzw. besser passende Kontakte müsste pro Kontakt mehr wert sein.
Die Pläne von Google das Internet-Werbemodell AdWords auf die TV-Werbung zu übertagen, scheint schon konkrete Züge anzunehmen.
Durch einen Fehler beim Aufrufen des AdWords-Konto mit dem Google-Browser Chrome, werden fälschlicherweise Informationen dargestellt die sich rund um das Thema TV-Werbung mit AdWords drehen:
www.bluesummit.de/news/2008-11-10-google-goes-tv-werbung
Offensichtlich wird dort im Hintergrund fleißig programmiert ;-)