Google steigt mit Lively in den Markt der 3D-Welten ein

09.07.08 - 12:44

Ohne große Vorankündigung hat Google ein neues Geschäftsfeld betreten: Die virtuelle 3D-Welt "Lively" steht ab sofort als neuer Service des Suchmaschienspezialisten bereit. Google tritt damit in direkte Konkurrenz zu Second Life und über 20 anderen virtuellen Welten.

Google steigt mit Lively in die virtuelle 3D-Welt ein

Gestern vermeldete Techcrunch eine wahre Investitionsflut in die bestehenden oder sich im Aufbau befindlichen virtuellen Welten. 345 Millionen US-Dollar sind bereits seit Anfang des Jahres in diverse Projekte geflossen, wie Virtual Worlds News auflistet. Die größte finanzielle Unterstützung bekam dabei 9You, die 100 Millionen US-Dollar für den Aufbau ihrer virtuellen Welt GTown für den chinesischen Markt nutzen konnte. Finanzier ist in diesem Fall das asiatischen Investmenthaus Temasek Holdings.

Aber nicht nur die hohen Investments lassen das Potential der 3D-Welten erahnen, sondern auch die Investoren selbst, wie beispielsweise Time Warner. Google zieht nun mit einer eigenen Variante nach, um den Anschluss an diesen werbeträchtigen Markt nicht zu verpassen.

Lively
befindet sich kurz nach dem Launch noch in der Testphase und kann nur von Windows Vista/XP-Usern mit einem Internet Explorer bzw. Firefox betreten werden. Die virtuelle Welt von Lively bietet den Nutzern einen persönlichen Avatar, der sich nach den eigenen Wünschen anpassen lässt und ein eigenes Wohnzimmer beziehen kann. Der Bezug zur Realität wird über die Verknüpfung mit verschiedenen anderen Diensten hergestellt. So kann man die eigene Website, Blogs, MySpace, Facebook und andere Dienste einfach integrieren. Lively wird damit zur 3D-Welt im sozialen Netzwerk.

Die hausinternen Ziele von Google sind nicht bekannt, aber die Verknüpfung von spielerischer 3D-Welt und sozialen Netzwerkdiensten ist sicher nur der Anfang. Auch die hohen Investitionssummen in andere Projekte lassen die Vermutung zu, dass es langfristig auch um die Erschließung neuer, lukrativer Märkte geht. Ob nun virtuelle Shops mit realen Webshops verbunden werden, Google Ads von Litfaßsäulen prangen oder ein völlig neues Vermarktungsprodukt geschaffen wird, ist zunächst reine Spekulation. Allerdings ist kaum damit zu rechnen, dass Google ohne eigenen Plan zum Nachahmer des geflopten Linden Lab-Projekts "Second Life" wird.

(Falk Hedemann)

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