Erste Business-Anwendung für Twitter

18.07.08 - 14:31

Nach vielfacher Kritik am unzuverlässigen Microblogging-Dienst Twitter sorgt ausnahmesweise eine andere Nachricht für Aufsehen: Die Projektmangement-Software Joint Contact implementiert Twitter als zusätzliche Kommunikationsform. Damit ist die erste Business-Anwendung für Twitter entstanden.

Joint Contact: Erste Business-Anwendung für Twitter

Ein Demovideo zeigt die Funktionen von Joint Contact.

Das amerikanische Unternehmen Arbutus Software Inc. hat die Microblogging-Funktion von Twitter in ihre Projektmanagement-Software Joint Contact eingebaut. Wie das Unternehmen in einem Beitrag auf dem offiziellen Blog von Joint Contact bekannt gibt, soll Twitter als zusätzliche Kommunikationsform den Informationsfluss zwischen den verteilt arbeitenden Gruppenmitgliedern verbessern. Wie das Joint Contact-Team weiter ausführt, hat Twitter das Potential, die E-Mail als Kommunikationsmittel zu ersetzen. Vorteile seien in der breiten Übertragungsbasis zu sehen, mit der es einzelnen Teammitgliedern möglich werde, über Smartphones, Desktop PC oder eine der vielen Twitter-basierten Webdienste an der Gruppenkommunikation teilzunehmen.

Kritik musste Twitter in der Vergangenheit genügend einstecken. Meist bezog sie sich auf die unzuverlässige Serverstruktur, die dafür sorgte, dass der Microblogging-Service häufiger nicht zu erreichen war. An diesem Problem scheint man derzeit zu arbeiten, denn die Ausfälle haben sich in den letzten Tagen auffällig verringert. Ein zweiter Kritikpunkt war das fehlende Konzept zur Monetarisierung. Zwar gelang es Twitter erst kürzlich neues Kapital zu akquirieren (wir berichteten hier), doch die Diskussionen, ob und wie Twitter irgendwann einmal auch Geld verdienen könnte, blieben bestehen.

Ein möglicher Weg wurde jetzt von Arbutus aufgezeigt. Twitter, wie andere Web 2.0 Anwendungen auch, sollte jetzt den Sprung auf den Enterprise 2.0-Zug nicht verpassen. Wie der Branchendienst ReadWriteWeb bereits am 20. April meldete, drängen immer mehr Unternehmen aus dem Enterprise-Segment in den Web 2.0-Bereich. Aus der Verschmelzung von Business und Web 2.0 könnte letztlich ein lukrativer neuer Markt entstehen: Enterprise 2.0.

Hinweis: In der nächsten Ausgabe des T3N Magazins erscheint ein weiterführender Artikel zum Thema "Enterprise 2.0" und beleuchtet den Einsatz von Blogs und anderen Web 2.0-Anwendungen im Unternehmensbereich.

(Falk Hedemann)

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3 Kommentare
#1 Matthias Schwenk website schrieb am 18.07.2008 15:01
Matthias Schwenk

Ob Twitter wirklich die E-Mail ersetzen kann, darf getrost bezweifelt werden. Dass es aber im Kontext von Projekten sehr nützlich für die einzelnen Team-Mitglieder sein kann, denke ich auch. Der Vorteil ist, dass man über Twitter schnell das gesamte Team über einen neuen Sachstand informieren kann.

#2 andylenz77 schrieb am 18.07.2008 15:36
andylenz77

Weniger E-Mails in der Inbox könnten nicht schaden!

 

Über twitter.com/helmi bin ich gerade auf twitvn gekommen: A SVN post-commit hook that publishes commit information to twitter code.google.com/p/twitvn/

 

früher oder später twittert doch alles! ;)

#3 andylenz77 schrieb am 21.07.2008 09:19
andylenz77

hat jemand schon den Open Source Twitter Air Client Spaz getestet? Der hat wohl gerade identi.ca und ping.fm Unterstützung bekommen. www.inquisitr.com/1829/spaz-gets-identica-pingfm-support/

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