Live Mesh erlaubt jetzt P2P-Verbindungen
Erst letzte Woche wurde die Live Mesh-Plattform von Microsoft für alle Windows-User (mit "EN-US" Länder- und Spracheinstellung) geöffnet. Und schon jetzt gibt es ein größeres Update zu vermelden. Mit der neuen Version soll es möglich sein, eine Direktverbindung via Live Mesh zwischen zwei Geräten aufzubauen. Damit wird der 5 GB große Live Desktop des kostenlosen Basisaccounts umgangen und es müssen keine persönlichen Daten mehr auf den Servern von Microsoft ausgelagert werden. Ein weiterer Vorteil ist der theoretisch unbegrenzte Speicherplatz der Peer-to-Peer-Lösung. Wer beispielsweise Fotos und Videos auslagern möchte, hat die angebotenen 5 GB schnell gefüllt. Der Nachteil der P2P-Funktion liegt in der geringeren Verfügbarkeit, denn die auf dem Live Desktop gespeicherten Daten sind jederzeit von jedem Ort abrufbereit, während entfernte P2P-Geräte natürlich in dem Moment im Netz verfügbar sein müssen.
Ohne große Vorankündigung hat Microsoft zudem eine mobile Version von Live Mesh veröffentlicht. Dadurch können alle internetfähigen mobilen Geräte wie Smartphones oder PDAs auf den Live Desktop zugreifen. Die mobile Version verbessert allerdings lediglich die Zugriffsmöglichkeit durch eine optimierte Seite. Ein echter mobiler Client von Live Mesh lässt weiter auf sich warten.
Die mobile Version von Live Mesh funktioniert übrigens auch mit dem iPhone von Apple, Geräte mit Windows Mobile sind allerdings am besten integriert. Eine Mac-Version von Live Mesh gibt es zwar noch nicht, doch eine erste nicht-offizielle Version war kurzzeitig auf den Microsoft-Servern zu sehen, wie ReadWriteWeb in Berufung auf den Live Side Blog meldet. Das lässt die Vermutung zu, dass die Redmonder schon an einer Mac-Version arbeiten.
Hintergrund:
Live Mesh wurde im April diesen Jahres anlässlich der Web 2.0 Conference in San Francisco offiziell vorgestellt. Nach einer auf 10.000 Nutzer beschränkten Beta-Phase wurde der Dienst letzte Woche für alle Windows-User geöffnet.
Live Mesh baut auf Live-Technologien auf, die Microsoft auch schon für andere Services wie Windows Live und Live Search benutzt. Die Synchronisation von Daten jeglicher Art wird dabei über Standard-Protokolle und Feeds (RSS, REST, ATOM, JSON, WB-XML, POX, FeedSync) realisiert. Im Unterschied zu einem Feed-Reader kommuniziert Live Mesh bidirektional, also in beide Richtungen.
Ein wichtiger Bestandteil für die externe Anbindung z.B. an soziale Netzwerke, bildet die offene API von Live Mesh. Mit ihr wird es Drittherstellern ermöglicht, eigene Anwendungen zu entwickeln.
Fazit und Kommentar:
Die Idee, mit Live Mesh einen Synchronisationsdienst für alle Arten von Daten ins Leben zu rufen, ist gerade für Microsoft schon fast revolutionär. Noch stehen aber zu viele potentielle Nutzer vor verschlossenen Türen. Ohne länderübergreifenden Windows-Support und ohne Mac- und Linuxversionen, wird eine flächendeckende Akzeptanz schwer zu erreichen sein. Wer einen Synchronisationsdienst für alle möglichen Geräte anbieten will, der sollte auch alle möglichen Plattformen unterstützen und nicht nur die eigene. Die P2P-Lösung allerdings dürfte vielen Nutzern die Angst vor der Sicherheit ihrer Daten auf den Microsoft-Servern nehmen. Das Potential von Live Mesh ist groß, jetzt muss Microsoft nur was daraus machen.











