Microsoft will offenes Dokumentformat ODF in Office integrieren
Es ist ein Glaubenskrieg, der nun schon seit Monaten tobt: Microsofts Office Open XML
versus OASIS Open Document Format, kurz ODF. Open-Document-Befürworter aus der Community mit Unterstützung von SUN und IBM bescheinigten Microsofts Format, nahezu unimplementierbar zu sein, da es durch einen undurchdringlichen Wald aus über 6.000 Seiten Spezifikationen besser geschützt sei, als durch jedes Copyright. Trotzdem gelang OOXML der Marsch durch die Institutionen und wurde zunächst zum Ecma-Standard, Anfang April 2008 erhielt OOXML zudem im zweiten Anlauf die ISO-Zertifizierung.
Jetzt hat Microsoft bekanntgegeben, mit der Veröffentlichung des Microsoft Office 2007 Service Pack 2 (SP2) in der ersten Jahreshälfte 2009 die Dokumentenformate ODF 1.1, PDF 1.5 und XPS (XML Paper Specification) in Microsoft Office 2007 zu integrieren. Dadurch würde die lästige Konvertierung von ODF-Dokumenten mit dem ODF-Konverter für MS-Office überflüßig.
Darüber hinaus kündigte Microsoft an, dem OASIS-Komitee beizutreten, das für die Standardisierung von ODF zuständig ist. Florian Effenberger, im deutschsprachigen Raum für Presse und Marketing von OpenOffice.org zuständig, begrüßt den Schritt von Microsoft:
"Die Nutzer verlangen nach wirklich offenen und freien Dokumentformaten, die sowohl für Transparenz als auch für langfristige Interoperabilität und damit für Investitionssicherheit stehen. [...] Ich freue mich daher, dass Microsoft uns nun in unseren Bemühungen unterstützen möchte und hoffe auf eine konstruktive Zusammenarbeit, bei der das Interesse der Nutzer im Mittelpunkt steht."










