Mozilla arbeitet angeblich an Open-Source-Web-Tablet

22.08.08 - 09:44

Mozilla, ARM, MontaVista und weitere Firmen arbeiten angeblich an einem kompakten Web-Tablet auf einer offenen Plattform. 2009 sollen die Geräte auf den Markt kommen. Erste Meldungen dazu stammen allerdings bereits aus dem vorigen Jahr.

Mozilla arbeitet an Open-Source-Web-Tablet

Auf diversen Websites ist jetzt über ein Projekt zu lesen, an dem die Firefox-Macher Mozilla, der Chip-Hersteller ARM, die Anbieter von Handy-Software MontaVista und vier andere Hersteller beteiligt sein sollen: ein kleines Web-Tablet, vergleichbar mit dem N800 von Nokia. Das ist etwas größer als ein Smartphone, aber kleiner als ein Netbook wie der EeePC von Asus.

Eine offizielle Mitteilung zu dem Projekt ist allerdings auf der Website der Mozilla Corporation nicht zu finden. Ein Bericht auf Softpedia stammt offenbar aus dem Oktober 2007 und spricht davon, dass "in der ersten Hälfte des nächsten Jahres" die Plattform fertiggestellt sein soll, damit Anfang 2009 erste Geräte erscheinen sollen. Bekanntlich ist von der Plattform aber derzeit weit und breit nichts zu sehen. Von daher dürfte dieser gerüchtelte Zeitplan inzwischen Makulatur sein.

Dabei klingen die Eckdaten des Web-Tablets interessant. Statt über Mobilfunk soll es sich per WLAN und WIMAX mit dem Internet verbinden. E-Mail- und Office-Funktionen sollen per Cloud Computing gelöst werden, laufen also im Web und nicht direkt auf dem Gerät. Als Betriebssystem kommt nach den Berichten Linux zum Einsatz. Wie "offen" die Plattform dann am Ende ist, muss abgewartet werden. Wie AreaMobile berichtet, ist MontaVista beispielsweise auch der Lieferant für das Handy-Linuxsystem der LiMo-Foundation. Und dieses LiMo-Linux ist nur dann frei erhältlich, wenn man seinen Mitgliedsbeitrag bezahlt.

Das Thema Tablet jedenfalls beschäftigt die Tech-Szene derzeit sehr. TechCrunch beispielsweise forderte ein simples Gerät für nicht mehr als 200 US-Dollar, das auf offener Hard- und Software läuft und stellt es als "Firefox Tablet" zur Diskussion. Mit einem kleinen Team sollen dessen Eckdaten erarbeitet werden, um die Idee möglichst in ein reales Produkt zu überführen. Hartnäckig halten sich außerdem Gerüchte, Apple arbeite an einer größeren Version des iPhone oder iPod touch. Das ist nicht unwahrscheinlich, schließlich ist das iPhone aus einem Tablet-PC-Projekt hervorgegangen, wie Wired in diesem Beitrag über die Entstehung des Apple-Smartphones berichtet hat.

(Jan Tißler)

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