Mozilla Labs Ubiquity: Kommandozeile fürs Web 2.0

27.08.08 - 15:55

Die Mozilla Foundation baut weiter an der Zukunft des Internets: Mit Mozilla Labs Ubiquity kommt jetzt eine Erweiterung für den Firefox-Browser, mit der die Benutzer die reichhaltigen Möglichkeiten des Web 2.0 nutzen und verbinden können, ohne die einzelnen Dienste separat aufsuchen zu müssen. Alles funktioniert mit einer Kommandozeile, die Befehle in weitgehend natürlicher Sprache versteht.

Mozilla Labs Ubiquity: Kommandozeile fürs Web 2.0

Das Internet entwickelt sich permanent weiter und dank Web 2.0 sind die Benutzer aktiv beteiligt. Viele Serviceleistungen wie Geo-Location, Microblogging, E-Mail oder Tagging werden von unterschiedlichen Diensten angeboten. Nutzen kann man sie meist über eine Web-Applikation oder man installiert sich ein entsprechendes Tool. Jeder Service für sich genommen ist noch einfach zu bedienen, will man aber verschiedene Dienste miteinander kombinieren wird es schwer. Wer einen Ausflugstipp als Karte per Twitter verbreiten möchte, der braucht beispielsweise:

  • Google Maps - für die Kennzeichnung auf einer Karte
  • Tiny URL - zum Kürzen des Links
  • Twitter - zum Versenden der Nachricht

Mozilla Labs Ubiquity vereint alle diese Funktionen und macht es überflüssig die einzelnen Seiten aufzurufen. Nach der Installation steht dem Firefox-Nutzer die Erweiterung per Shortcut als Kommandozeile zur Verfügung. Das kleine transparente Fenster unter der Adresszeile erwartet nun die Befehle. Mit "Map" wird z.B. Google Maps aufgerufen. Fügt man einen Ortsnamen an, so wird dieser gleich gesucht und als kleine Karte angezeigt. Ebenso funktionieren dann auch viele andere Dienste. Etwa 50 Befehle beherrscht Ubiquity bereits und es werden wohl noch weitere dazu kommen. Wer die Erweiterung bereits installiert hat, findet hier eine Übersicht aller Befehle.

In der offiziellen Ankündigung im Mozilla Labs Blog finden sich weitere Informationen zum neuen Prototypen und ein interessanter Screencast, in dem die wichtigsten Funktionen gezeigt werden:



Neben den enthaltenen Befehlen können auch eigene Befehle hinzugefügt werden oder von weiteren Web-Applikationen, sofern vorhanden, übernommen werden. Ausreichende Programmierkenntnisse vorausgesetzt, können so womöglich alle Dienste, die man persönlich nutzt, über Ubiquity erreicht werden.

Fazit

Noch befindet sich Ubiquity in einer frühen Experimentierphase und noch nicht alle Befehle funktionieren so, wie sie es sollten. Bei dem oben angeführtem Beispiel war es mir nicht möglich, die URL der Google Maps-Karte via TinyURL zu kürzen und gleich als Twitter-Nachricht zu versenden. TinyURL funktionierte bei meinem Versuch nicht wie erwartet. Die Befehle "Map" und "Twitter" funktionierten dagegen einwandfrei.

Wenn diese (Anwendungs-)Fehler erst einmal beseitigt sind, könnte Ubiquity zu einer der wichtigsten Erweiterungen für Firefox werden. Viele nützliche Funktionen werden zentral verfügbar gemacht und bekommen so einen neuen Zusammenhang. Die Benutzung von "natural language" als Basis für die Befehle macht Ubiquity auch zu einer potentiellen semantischen Anwendung. Ob es lokalisierte Versionen geben wird und welche Befehle noch dazukommen, werden wir erst in den kommenden Wochen und Monaten sehen.

(Falk Hedemann)

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