Ruby on Rails: die interessantesten Themen der RailsConf Europe

05.09.08 - 11:24

Mehr als 500 Besucher hatte in dieser Woche die RailsConf in Berlin, darunter auch einige bekannte Namen der Rails-Szene wie den Buchautor und Chairman der Konferenz David A. Black, den JRuby-Entwickler Nick Sieger (Sun) und den Rails-Vater David Heinemeier Hansson. Mike Zaschka war dort und berichtet für T3N.

Ruby on Rails: die interessantesten Themen der RailsConf Europe

Vom 2. September bis einschließlich zum heutigen 4. September fand in Berlin zum zweiten Mal in Folge die offizielle europäische Konferenz zum Web-Framework Ruby on Rails statt. Das Rahmenprogramm der diesjährigen Konferenz umfasste wieder zahlreiche Keynotes, Tutorials und Sessions zu verschiedenen Themen rund um die Entwicklung von Webanwendungen mit Ruby on Rails. Neben Sprechern aus aller Welt waren erneut auch einige Mitglieder aus der deutschen Rails-Szene mit Vorträgen dabei, wie Jonathan Weiss, Mathias Meyer (Deploying and Monitoring Rails) und Christian Lupp (Design on Rails for Usabliity).

Zentrale Themen

Die zentralen Themen in diesem Jahr waren vor allem REST, die Integration von Rails in verschiedenene Ruby-Implementierungen, sowie das Thema Performance in und rund um Rails. Neben einigen ähnlichen Vorträgen zeigte Rails-Core-Entwickler Jeremy Kemper in seiner Keynote verschiedene Möglichkeiten, um die Performance einer Rails-Anwendung zu steigern. Rails stellt zahlreiche Mittel und Wege zur Verfügung, das Verhalten der eigenen Anwendung zu überwachen und zu verbessern: mit der Möglichkeit des Cachings von Daten, dem Einsatz von Asset-Servern, dem Modifizieren des HTTP-Headers einer HTTP-Response (Expire-Headers, ETags) und der Einbindung von Monitor-Plugins. Hierfür gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Anwendungen wie Exceptional, hoptoad oder New Relic RPM, die als Service die eigene Rails-Anwendung überwachen.

Interessante Projekte

Viel Aufmerksamkeit erhielten ebenfalls die mittlerweile recht zahlreichen Ruby-Implementierungen. Neben Diskussionen und Vorträgen zum (Standard-)C-Ruby-Interpreter und der bereits bekannten Java-Implementierung JRuby, gab es auch Sessions zu Rubinius und dem Neuling MagLev. Vor allem MagLev dürfte eine spannende Sache werden, da es auf einer SmallTalk-VM basiert und über einen persistenten Objektspeicher verfügt, der eine Datenbank überflüssig macht. Zurzeit befindet sich MagLev jedoch noch in einer frühen Phase der Entwicklung.

Ebenfalls mit viel Aufmerksamkeit verfolgt wurde der Vortrag über das Juggernaut-Projekt. Mit diesem ist es möglich, über ein kleines Flash-Element auf einer Seite und einen Push-Server eine konstante Verbindung zwischen Browser und Rails-Anwendung aufzubauen und so kontinuierlich und gesteuert Daten auszutauschen.

Ein weitereres spannendes Projekt, vor allem für alle nicht englischsprachigen Rails-Entwickler, dürfte die Einbindung einiger i18n-Basisfunktionen in den Rails-Kern sein. In seinem Vortrag stellte Sven Fuchs den aktuellen Stand der Entwicklung vor und zeigte, wie man zukünftig mehrsprachige Webseiten mit Rails realisieren kan, ohne dafür Rails  "monkeypatchen" zu müssen. Weitere Informationen zur Internationalisierung von Rails finden sich auf dieser Seite.

Rails 2.2 kommt... bald

Zur kommenden Version 2.2 des Frameworks gab es in den Keynotes der Rails-Core-Team-Mitglieder leider nur wenig neue Informationen. Die bereits bekannten Features, wie ein verbessertes Thread-Management und die Integration der i18n-Funktionen, wurden nur am Rand erwähnt. Auch einen konkreten Erscheinungstermin hat die Version 2.2 des Rails-Frameworks noch nicht. Während der Konferenz wurde jedoch eine neue Version 2.0.4 veröffentlicht, die eine Sicherheitslücke in der Ruby REXML-Bibliothek behebt. Diese ist für diejenigen Projekte gedacht, die noch unter Rails 2.0.x laufen und nicht auf Rails 2.1 geupdated wurden.

Fazit

Ganz neue Themen rund um das Thema Rails gab es auf der Konferenz zwar kaum, nichtsdestotrotz merkt man auch in Deutschland, dass Ruby on Rails immer mehr an Fahrt aufnimmt. Auf der Konferenz-Pinnwand fanden sich zahlreiche Jobangebote von großen deutschen Rails-Plattformen wie Xing, Qype oder AutoScout24, die händeringend nach Rails-Entwicklern suchen.

Wo und wann die RailsConf Europe 2009 stattfinden wird, war zum Ende der Konferenz noch nicht bekannt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Rails-Zug im nächsten Jahr in ein anderes europäischen Land ziehen wird.

Weitere Informationen

Die Präsentationen zu den einzelnen Vorträgen können hier heruntergeladen werden. Weitere Eindrücke zur Konferenz finden sich bei Flickr, Facebook und in zahlreichen Blogs:

(Mike Zaschka)

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1 Kommentar
#1 olivier.dobberkau.dkd.de website schrieb am 05.09.2008 12:26
olivier.dobberkau.dkd.de

Danke für die wirkliche gute Zusammenfassung.

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