SocialText 3.0: Enterprise-Lösung für Social-Networking-Collaboration
Als einer der Pioniere in Sachen Enterprise-Wikis Ende 2002 gestartet, hat SocialText bis heute eine weitreichende Evolution durchgemacht. Herausgekommen ist eine Collaborations-Suite, die neben der ursprünglichen Wiki-Engine weitere Elemente des Social Networkings in sich vereint und diese somit in den Enterprise-Bereich transportiert. Insgesamt steht SocialText jetzt auf drei verschiedenen Programmsäulen.
SocialText People
Eine der neuen Programmsäulen stellt SocialText People dar. In Anlehnung an die Funktionalität von Facebook können sich alle Mitglieder des SocialText-Netzwerkes eines Unternehmens ein persönliches Profil erstellen, indem alle wichtigen Informationen Platz finden. Zusätzlich zu den Profildaten werden dem Besucher des Profils auch die letzten Aktivitäten wie hinzugefügte Seiten im Wiki oder Kommentare angezeigt. Somit erhält man schnell einen Überblick über sämtliche Informationen von und über Personen im Netzwerk und muss diese nicht mühselig und zeitaufwendig aus verschiedenen Quellen zusammenfügen. Für Projektarbeiten bietet es sich an, die Profile der involvierten Mitglieder zu abonnieren, um immer auf dem aktuellen Stand zu sein.
SocialText Dashboard
Auch das Dashboard gehört zu den Kernsäulen von SocialText. Als persönliche Startseite konzipiert, erinnert Dashboard an Netvibes oder iGoogle. Die über Widgets frei editierbare Startseite soll auf einen Blick alle wichtigen Informationen anzeigen. Per Drag & Drop werden die Widgets an die gewünschte Stelle gebracht. Folgende Widgets stehen zur Auswahl:
- My Conversations - Verfolgen von Änderungen auf Wikiseiten, an denen man mitgewirkt hat
- My Colleagues - aktuelle Änderungen der abonnierten Profile
- Workspaces - Wikiseiten an denen man mitwirkt
- Workspace Page - frei wählbare Wikiseiten
- RSS Viewer - konfigurierbare RSS-Feeds
- Workspace Tags - Tagclouds von bestimmten Wikiseiten
- All People Tags - Tagcloud aller Tags von Profilseiten
Zusätzlich zu den Standard-Widgets gibt es eine Reihe von Drittanbieter-Widgets, deren Entwicklung durch die Unterstützung des OpenSocial-Standards erleichtert wird.
SocialText Workspaces
SocialText nennt seine Wiki-Anwendung "Workspaces". Der älteste Bestandteil der Collaborations-Suite verfügt über alle wichtigen Funktionen gängiger Wikis, wie:
- WYSIWYG-Editor
- Vorschau, Versionierung und Kommentarfunktion
- Weblogs
- integrierte RSS, IM und E-Mail
- Suchfunktion und Tagging
- Rechteverwaltung und verschlüsselte Kommunikation
Ein wichtiges Feature ist die Anbindung an Mobile-Devices wie Smartphones, PDAs oder Blackberrys. Änderungen im Offline-Status werden anschließend synchronisiert.
Twitter-Klon "Signals" angekündigt
In der Vorbereitung und noch nicht in der aktuellen Version enthalten ist der Twitter-Klon SocialText Signals. Nach dem TechCrunch50-Sieger Yammer ist Signals ein weiterer Versuch, Microblogging im Enterprise-Segement zu verankern. Wie SocialText-Mitbegründer Ross Mayfield in einem Blogbeitrag bekannt gibt, existiert Signals bereits seit sechs Monaten. Bei der intensiven internen Nutzung einer Betaversion der Standalone-Umsetzung habe man viel über den Umgang mit Microblogging und über die Unterschiede zu Twitter gelernt und entschieden, Signals in die Collaborations-Suite zu integrieren. Neben der privateren Umgebung stelle vor allem der enge Bezug zum Unternehmenskontext einen wesentlichen Vorteil dar. Die Qualität und Quantität der unternehmensweiten Kommunikation könne positiv beeinflusst werden. Beispielsweise könne, so Mayfield weiter, eine neue Information vier verschiedene Workspaces betreffen, über Signals aber als eine Nachricht weitergegeben werden. Ebenfalls könnten kleine aber wichtige Änderungen verstärkt kommuniziert werden. Ein Zeitpunkt für die Integration wurde bisher nicht genannt.
Beispiel Web 2.0 Expo 2008 San Francisco
Das Beispiel der Web 2.0 Expo zeigt die Funktionalität von SocialText im Praxiseinsatz. Neben dem Workspace kann man sich auch die Profilseiten ansehen. Einen 60-Sekunden langen Überblick über die Funktionen erhält man durch das Video "socialText - In 60 seconds".
Verfügbarkeit und Preise
Mittlerweile hat SocialText weltweit mehr als 3.000 Kunden, darunter Nokia, Ikea oder Warner Brothers. Aber auch für kleine und mittlere Unternehmensgrößen sind passende Versionen im Angebot. Getestet werden kann SocialText mit einer Free-Trial-Version für 14 Tage. Die Professional Edition startet mit einem Preis von 10 US-Dollar pro Nutzer und Monat. Für größere Unternehmen wird es dann deutlich teurer und startet bei 4.950 US-Dollar für drei Monate und 100 Nutzer. Unterschieden wird zudem in einer gehosteten Software-as-a-Service-Variante und einer Lösung mit kompletter Hardware-Ausstattung. Daneben gibt es auch eine Open-Source-Version zum Download. Dabei handelt es sich aktuell aber noch um die Version 2.15.0.1.
Fazit
Keine der drei Programmteile ist für sich genommen eine Revolution. Zusammen als Einheit jedoch verschmelzen sie zu einer mächtigen Kommunikationszentrale, die für den Informationsfluss und den Workflow in Unternehmen wichtige Impluse setzen könnte. Die Verwendung vieler Standardprotokolle erleichtert die Integration in bestehende Netzwerke. Nur die auf lediglich 14 Tage beschränkte Trialversion könnte sich als Einstiegshürde erweisen, zumal die danach fälligen Preise nicht eben gering sind.











Das Beispiel der Web 2.0 Expo 2008 Social Text Seite sieht so aus, als würde das CSS nicht geladen. Kennt Ihr deutsche Beispielseiten die etwas besser aussehen?
@Steve: das sieht zwar so aus, aber da das Vorschaubild auch nicht anders aussieht, scheint das so zu gehören. Eine komplette Übersicht über alle öffentlichen Wikis von SocialText findest Du hier:
www.socialtext.com/customers/public/
Eine deutsche Beispielseite ist allerdings nicht darunter.