Der Nachrichtenaggregator Gnip hat die Version 2.0 seiner API veröffentlicht. Neu ist zum Beispiel die Abfrage von Daten über XMPP, mit der eine Anbindung an Twitter möglich wird. Zudem verfügt Gnip nun über ein Businessmodell für die kommerzielle Nutzung.
Die Informationsflut im Web 2.0 verlangt nach neuen Mitteln, um aktuelle Nachrichten, Aktivitäten und andere Datenströme zu kanalisieren, zu bündeln und benutzergerecht darzustellen. Gnip möchte sich als Schaltzentrale zwischen den Content-Publishern und den Content-Konsumenten etablieren. Siehe dazu auch diesen T3N-Artikel vom Juli.
Idee hinter Gnip
Der größte Pluspunkt von Gnip ist ohne Frage der Wechsel von "Pull" zu "Push": Bislang fragen die Nutzer aktiv beim Anbieter nach, ob es etwas Neues für sie gibt und "ziehen" die neuen Informationen. Das sorgt einerseits für eine hohe Bandbreitenbelastung der einzelnen Dienste und führt anderseits bei den Konsumenten zur Befürchtung, etwas zu verpassen. Ergebnis: Der jeweilige Newsdienst muss immer wieder Anfragen abarbeiten, die kein Ergebnis bringen, weil es eigentlich keine neuen Inhalte gibt.
Das Push-Verfahren löst diese beiden Probleme der Social-Media-Networks auf einen Streich. Indem nur dann neue Nachrichten "gepusht" werden, wenn sie gerade veröffentlicht wurden, werden Kapazitäten geschont und die Nutzer sind nahezu in Echtzeit informiert.
Ein weiterer positiver Aspekt ist die Möglichkeit der Filterung. Hier können Informationen durch die Verwendung von Mikroformaten thematisch gebündelt werden. Für den Nutzer entsteht so quasi ein "Technorati für Social-Media-Dienste". Die Filterung und Bündelung von Informationen wird in den kommenden Jahren oder auch Monaten zu einer essentiellen Aufgabe für jeden Web 2.0-Akteur, denn die Vielzahl der Dienste wird weiter steigen.

Schaubild: So sieht sich Gnip selbst.
Neues in der Version 2.0
Die neue Version Gnip 2.0 versteht sich nun auch auf die Abfrage von XMPP, das als "Erweiterbares Nachrichten- und Anwesenheits-Protokoll" vor allem von Instant Messaging-Diensten wie Jabber oder Google Talk eingesetzt wird. Damit kann Gnip auch die Datenströme von Twitter abgreifen und für die Nutzer im Push-Verfahren weiterleiten. Bisher war es lediglich möglich, via XMPP Daten an Gnip zu schicken.
Gnip 2.0 verfügt jetzt auch über ein grundlegendes Geschäftsmodell: Neben einer kostenlosen Community-Edition soll die kommerzielle Nutzung künftig kostenpflichtig werden. Publisher wie Digg, Delicious, Identica, Six Apart oder Intense Debate sind dann auf die "Standard Edition" angewiesen. Diese Version hat keine Limitierung, kostet aber zwischen 100 und 1.000 US-Dollar pro Publisher und Monat.




















