Fedora und DSpace im Praxiseinsatz
Archivierung mit Open-Source-Software

Die Darstellung eines Fedora Systems: Deutlich wird die Unterscheidung in den Inhalt, der in Fedora selbst gespeichert wird (local content) und dem Inhalt, auf den von Fedora aus referenziert wird (distributed content). Ebenso verweist Fedora auf die Web Services, die mit zu den digitalen Objekten gehören.

Auch wenn es vielen unmöglich erschien: Open Source erobert nun auch das scheinbar langweilige, staubige Archiv, das bisher standhaft allen Veränderungen trotzte. Inzwischen gibt es sogar Open-Source-Software für diesen Bereich mit innovativen Ansätzen. An zwei Beispielen werden in diesem Artikel die Möglichkeiten und Grenzen solcher Software aufgezeigt.

Die Auswahl der Beispiele Fedora und DSpace für diesen Artikel kam nicht willkürlich zustande: Beide Systeme unterstützen den OAI-Standard. OAI steht für Open Archive Initiative [1] und ist eine Gruppe von interessierten Institutionen, hauptsächlich Bibliotheken und Archive. Diese haben sich zur Aufgabe gemacht, einen Standard zu entwickeln, der den Austausch von Metadaten zwischen Bibliotheken beziehungsweise Archiven erleichtert. Dabei entstand der Standard „Open Archive Initiative Protocol for Metadata Harvesting“ (OAI-PMH). Dieser Standard ermöglicht, mit einer einzigen Schnittstelle auf unterschiedliche Archive zugreifen zu können, um die Metadaten zu holen. Die Schnittstelle bietet keine eigene Abfragemöglichkeit, sondern dient nur der Zusammenfassung von Metadaten aus unterschiedlichen Archiven an einer zentralen Stelle. Der Zugriff auf die hinter den Metadaten liegenden Inhalte (Dateien, Dokumente) ist in der Schnittstelle nicht vorgesehen. Technisch basiert der Standard auf HTTP und XML, da davon ausgegangen wurde, dass die Archive im Internet verfügbar sind.

Der Schwerpunkt des OAI-Standards und der oben genannten Open-Source-Produkte liegt nicht auf der Archivierung im Sinne einer Langzeitspeicherung von Daten, sondern auf der einfachen und einheitlichen Bereitstellung der Metadaten. Alle Produkte sind allerdings in der Lage, mit der entsprechenden Hardware auch eine Langzeitarchivierung zu ermöglichen. Eine Verwaltung der Speichersysteme gehört zu keinem der Produkte, kann aber durch die dokumentierte Speicherschnittstelle hinzugefügt werden.

Fedora, die innovative Archivierung

Fedora [2], nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Linux-Distribution von Red Hat, steht für Flexible Extensible Digital Object and Repository Architecture und wird von der Cornell University und der University of Virginia entwickelt. Finanzielle Unterstützung kommt von der Andrew W. Mellon Foundation, die die Weiterentwicklung bis mindestens 2007 sichert. Fedora liegt inzwischen in Version 2.1.1 vor. Die erste Version wurde im Mai 2003 veröffentlicht.

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