Bilderflut im Griff
Vergleich der TYPO3-Erweiterungen für Bildergalerien
Für diesen Artikel wurden einige der Erweiterungen ausgewählt und unter den jeweils gleichen Bedingungen eingesetzt. Basis ist eine aktuelle TYPO3-Installation in der Version 4.0 sowie drei Bilderserien mit zusammen knapp über 100 Bildern. Da der Platz im Heft beschränkt ist, gibt es weitere Abbildungen sowie den verwendeten TypoScript-Code online unter [1].
lz_gallery
Eine der am häufigsten eingesetzten Erweiterungen ist mit über 26.000 Downloads lz_gallery. Obwohl seit längerer Zeit nicht aktualisiert, bietet die Erweiterung viele Optionen und Konfigurationsmöglichkeiten. Der Administrator kann individuell festlegen, welche Anzeigeoptionen dem Besucher zur Verfügung stehen. Dabei stehen auch umfangreiche Möglichkeiten zur Bildmanipulation (z. B. Helligkeit, Kontrast, Drehen, Farbveränderung) zur Auswahl.
Die Anzeige der Bilder wird über eine Template-Datei gesteuert, die Formatierung erfolgt über CSS. Fast alle TypoScript-Parameter lassen sich über den Constant-Editor einstellen.

Vorschau der Galeriebilder. Nach dem Klick auf ein Bild folgt die Großansicht mit umfangreichen Bearbeitungsmöglichkeiten.
Beim Aufruf der Seite werden zunächst die verfügbaren Galerien mit einem zufälligen oder festen Vorschaubild und der Anzahl der enthaltenen Bilder angezeigt. Nach Auswahl der gewünschten Galerie erscheint eine Übersicht der Bilder. Bildunterschriften sind möglich, jedoch muss für jedes Bild eine eigene Textdatei erstellt werden.
goof_fotoboek
Auch diese Erweiterung erfreut sich mit über 20.000 Downloads großer Beliebtheit. Nach der Installation wird nur das entsprechende Plugin als Contentelement eingebunden sowie der Pfad zum Verzeichnis mit den Bildern angegeben. Auch hier werden die Einstellungen komfortabel über den Constant-Editor vorgenommen, das Layout wird über Templates gesteuert.
Falls die Bilder über EXIF-Daten aus Digitalkameras verfügen, können diese zusätzlich angezeigt werden. Eine interessante Möglichkeit ist, die Bilder automatisch mit einem Wasserzeichen zu versehen. Dafür ist allerdings ImageMagick in der Version 6 erforderlich, da die früheren Versionen nur mit 256 Farben arbeiten. Die Version 6 hat jedoch auch Nachteile: Sie ist beispielsweise langsamer, sodass man abwägen muss, ob dieser Effekt eingesetzt werden soll.
Für die Anzeige der Fotoalben reicht es aus, ein Startverzeichnis für die Bilder anzugeben. Alle Unterordner stehen dann als Alben zur Verfügung. Falls Besucher nicht Zugriff auf alle Alben haben sollen, kann über eine „.access-Datei“ im jeweiligen Verzeichnis der Zugriff auf bestimmte Benutzergruppen beschränkt werden.

Vorschaubilder in goof_fotoboek. In der Großansicht können EXIF-Daten und Kommentare angezeigt sowie eine Diashow gestartet werden.
Für die Eingabe von Kommentaren steht eine zweite Anzeigeoption zur Verfügung. Diese sollte in der Regel auf eingeloggte Benutzer beschränkt sein. Kommentare können direkt in der Einzelansicht eingegeben und gespeichert werden. Alternativ kann auch für jedes Bild eine Textdatei mit den Kommentaren angelegt werden. In der Großansicht kann direkt eine Diashow gestartet werden, die Anzeigedauer für die Bilder kann vom Administrator festgelegt werden. Für den Einsatz in barrierefreien Webseiten bietet die Extension dem Besucher die Bedienung über Access-Keys an. Die gut gemachte Dokumentation enthält auch Informationen darüber, wie RealURL beziehungsweise SimulateStaticDoc konfiguriert werden müssen. Es wird auch eine Möglichkeit beschrieben, die Bilder aus dem Album für die Erweiterung „sr_sendcard“ (Postkarten versenden) zu verwenden.
jm_gallery
Bei dieser noch relativ neuen Extension können die Bilder entweder auf einen Schwung über FTP/SSH oder einzeln über das Frontend auf den Server geladen werden. Das Plugin stellt verschiedene Ansichten (Liste, Album, Einzeldarstellung, Administration, Debugging) zur Verfügung. Die Alben und Kategorien werden in einem Systemordner definiert. Bevor neu hinzugefügte Bilder im Album angezeigt werden, müssen sie zunächst über die Administrationsansicht synchronisiert werden. Dabei werden neben den Miniaturansichten bei Bedarf auch weitere Auflösungen automatisch generiert. Die Darstellung kann über ein HTML-Template und CSS-Eigenschaften beliebig angepasst werden. Die Zugriffe auf die einzelnen Bilder werden gezählt und in der Übersicht mit angezeigt. Die Einzelansicht enthält auch einen Link auf das Bild in Originalgröße. Bisher gibt es noch keine Möglichkeit, Kommentare hinzuzufügen, was allerdings für die Zukunft geplant ist. Neben dem Handbuch stellt der Autor auf seiner Website auch ein Video zur Verfügung, auf dem die Konfiguration der Extension Schritt für Schritt erläutert wird.
bahag_photogallery
Dies ist eine der neuesten Bildergalerien und bisher noch als Alpha-Version klassifiziert. Dennoch bietet sie einige Optionen, die in anderen Extensions nicht vorhanden sind.
Die Bilder und Thumbnails können in Graustufen umgewandelt, EXIF-Daten ausgelesen und IPTC-Daten (Copyright Information) den Bildern hinzugefügt werden. Alle Bilder lassen sich automatisch mit Wasserzeichen versehen. In der Übersicht können größere Versionen der Vorschaubilder automatisch angezeigt werden, wenn man mit der Maus über die Thumbnails fährt.
Die Programmierer der Extension planen, auf ihrer Homepage einen Support-Bereich für die Bildergalerie einzurichten [2].
simple_gallery
Sowohl von der Konfiguration als auch von den Möglichkeiten ist diese Extension sehr einfach gehalten. Sie macht nichts anderes, als die Bilder in Verzeichnissen in einer Übersicht anzuzeigen. Dabei werden die Bilder mit einem schwarzen Rahmen versehen. Die einzigen Einstellmöglichkeiten sind die Größe der Vorschaubilder und die Breite des Rahmens. Beim Klick auf das Bild wird es in Originalgröße angezeigt.
Die Positionierung der Bilder erfolgt über die CSS-Eigenschaft „float“. Die Bilder werden einfach nebeneinander dargestellt, solange Platz vorhanden ist. Daher passen je nach Bildformat manchmal mehr, manchmal weniger Bilder in eine Reihe.
kdo_dam_gallery
Inzwischen sind auch Bildergalerien verfügbar, die auf das Digital-Asset-Management (DAM) zurückgreifen. Mit DAM ist eine zentrale Verwaltung aller Mediadateien im TYPO3-System möglich. Bilder können mit Schlagworten und Zusatzinformationen versehen und kategorisiert werden, außerdem ermöglicht DAM das Extrahieren von Zusatzinformationen, zum Beispiel aus den EXIF-Daten mit Digitalkameras aufgenommener Fotos.
Um diese Extensions zu verwenden, müssen die Bilder zunächst indexiert werden. Im Gegensatz zu den Galerien ohne DAM-Anbindung, können die Bilder über beliebige Verzeichnisse auf dem Server verstreut liegen. Die Auswahl erfolgt über Kategorien, Stichworte, Dateitypen, Aufnahmedatum und Ähnliches.
In der Einzelansicht ermöglicht kdo_dam_gallery die Anzeige von Copyright-Informationen. Diese werden nicht nur unterhalb des Bildes angezeigt, sondern auch direkt in die untere rechte Ecke des Fotos integriert:
mbit_gallery
Diese Erweiterung bietet die Möglichkeit, Bilder aus Verzeichnissen anzuzeigen. Der Verzeichnisname muss dabei aus dem Datum im Format „JJJJ:MM:TT“ und dem Namen der Galerie gebildet werden. Auf einer Startseite werden dann die Namen der Alben zusammen mit dem Datum und der Anzahl der enthaltenen Bilder angezeigt. Nach dem Klick auf ein Album wird das erste Bild in der Originalgröße aufgerufen – entweder auf der gleichen Seite oder in einem Popup-Fenster. Optionen für die Skalierung der Bilder gibt es nicht, es lässt sich also keine maximale Größe festlegen.
Unterhalb des jeweils angezeigten Bildes gibt es lediglich einen „Zurück/Weiter“-Link. Die Ausgabe kann über ein Template und einige CSS-Klassen angepasst werden. Insgesamt bietet diese Extension nur einen geringen Funktionsumfang und eignet sich nur für Anwendungen, bei denen keine Skalierung der Bilder erforderlich ist.
ws_gallery
Auch diese Galerie bietet nur rudimentäre Funktionen. Zudem müssen die Bilder einzeln als Datensätze eingefügt werden, ein automatisches Einlesen ganzer Verzeichnisse ist nicht möglich. Die Extension wurde zuletzt im Jahr 2003 aktualisiert und verfügt über eine Dokumentation. Allerdings ist der Einsatz nicht kompliziert: Die Bilder werden als Datensätze in der Listenansicht hinzugefügt und über ein Plugin als Contentelement eingebunden.
Fazit
Neben den hier vorgestellten Galerien stehen noch ein paar weitere Extensions zur Verfügung. Einige der Fotoalben wurden seit längerer Zeit nicht aktualisiert, bei anderen findet eine rege Weiterentwicklung statt. Auch für das DAM-Modul werden in nächster Zeit sicher noch weitere Fotoalben angeboten. Gerade dadurch bietet sich der Vorteil, die Bilder mit Zusatzinformationen aus den Metadaten anzureichern.





























