TYPO3 ist kinderleicht

Grundschüler verwalten Ihre eigene Website.

Diese Unterhaltung zwischen den Grundschülern der Gemeinschaftsgrundschule Moitzfeld in Bergisch Gladbach bei Köln hat nicht etwa in der großen Pause stattgefunden oder auf dem Nachhauseweg, sondern virtuell. Die Kinder haben sie auf ihrer eigenen TYPO3-Internetseite geführt [1], und zwar in einem Blog, einem virtuellen Tagebuch im Internet, das als Erweiterung zu TYPO3 installiert wurde.

Doch nicht nur das Blog wird von den Schülern genutzt um Ereignisse aus der Schule zu reflektieren, auch andere Seiten des Internetauftritts werden von Kindern und Lehrern mit Texten und Bildern gefüllt. So hat die Klasse 4a einen Artikel über ihren Waldspaziergang mit dem Förster verfasst und zusammen mit einigen Fotos veröffentlicht. Die Lehrer informieren die Eltern mit Hilfe einer Nachrichtenverwaltung und einem daran gekoppelten Newslettersystem über kommende Termine. Und die Eltern können jederzeit einsehen, wer zurzeit der Elternpflegschaft angehört oder im Forum über Randstundenbetreuung diskutiert.

Das Beispiel zeigt, dass TYPO3 auch bei einer spielerischen Herangehensweise zu vorzeigbaren Ergebnissen führt. Dabei ist es den Kindern natürlich gleichgültig, auf welchem technischen System ihre Internetseite basiert. Wichtig ist einzig und allein wie einfach es ist, das System zu bedienen. Und gerade hier spielt TYPO3 eine seiner großen Stärken aus: Die Handhabung ist „kinderleicht“ zu erlernen.

Von der Leichtigkeit, Internetseiten zu pflegen

Schon in der Standard-Installation enthält TYPO3 viele Funktionen [2], die dem Benutzer die Pflege von Internetseiten erleichtern. Mit dem so genannten Rich Text Editor (RTE) verfügt der Internet-Redakteur beispielsweise über eine Eingabeoberfläche, die, ähnlich wie bei modernen Textverarbeitungsprogrammen, eine Textformatierung über Schaltflächen erlaubt und Änderungen direkt anzeigt.

In der Bildverarbeitung zeigt sich TYPO3 besonders mächtig: Bilder werden direkt von der eigenen Festplatte hochgeladen und dann in ein Internet-freundliches Format konvertiert. Es ist also nicht mehr nötig, Schnappschüsse von der Digitalkamera erst mit einem Grafikprogramm zu verkleinern. Links innerhalb der eigenen Internetseite können bequem über einen integrierten Browser gesetzt werden. Wird die verlinkte Seite gelöscht oder deaktiviert, wird auch der Link automatisch ausgeschaltet. Falsche Links sind damit praktisch ausgeschlossen. Seiten werden, ähnlich wie Ordner auf der eigenen Festplatte, in einer Baumstruktur organisiert, angezeigt und auch genauso leicht neu angelegt. Gerade dieser direkte und intuitive Zugriff auf die wichtigsten Elemente einer Internetseite lässt auch unerfahrene Redakteure, wie die Grundschüler im erwähnten Fallbeispiel, schnell Erfolge erzielen. Mit weiteren Konfigurationen ist es möglich, die Benutzerfreundlichkeit noch zu steigern. Hier lässt sich beispielhaft das so genannte Frontend-Editing anführen. Dabei werden die Inhalte direkt auf der Internetseite editiert.

Die Schüler der Klasse 2a der Gemeinschaftsgrundschule Moitzfeld nutzen TYPO3, um etwa über aktuelle Ausflüge zu berichten und diese zu kommentieren.

Die Schüler der Klasse 2a der Gemeinschaftsgrundschule Moitzfeld nutzen TYPO3, um etwa über aktuelle Ausflüge zu berichten und diese zu kommentieren.

Insbesondere mit der Kopplung an eine Frontend-Anmeldung wird dieses Konzept extrem intuitiv. Ein Beispiel: Die Klasse 4b möchte außer ihrem Waldspaziergang auch noch die letzte Klassenfahrt präsentieren. Also ruft ein Schüler die Homepage der Schule auf, navigiert zur Seite der Schulklasse und gibt in das Anmeldeformular, das sich auf jeder Seite befindet, die Zugangsdaten der Klasse ein. Über die nach erfolgreicher Anmeldung erscheinenden Bearbeitungssymbole kann der Schüler bestehende Inhalte verändern oder neue anlegen. Sofort kann er mit der Texteingabe beginnen oder den Text aus einer bereits bestehenden Textdatei kopieren. Das Anmeldeformular dient dabei mehreren Zwecken: Es ermöglicht nicht nur die Identifizierung der Redakteure, sondern lässt sich auch für die Einrichtung von geschützten Bereichen für Lehrer oder Eltern nutzen. Auch das so genannte Backend, die originäre TYPO3-Datenverwaltung, muss nicht komplex aufgebaut sein. Alle Menüpunkte, Standardfunktionen, Erweiterungen und Rechte lassen sich an die Bedürfnisse und Fähigkeiten jedes einzelnen Redakteurs anpassen. Ein Lehrer benötigt beispielsweise keinen Zugriff auf das in TYPO3 integrierte Datenbank-Verwaltungsmodul „phpMyAdmin“ und er erhält auch nur Zugriff auf „seine“ Klassenseite. Ebenso lassen sich viele weitere Optionen ausblenden, ohne dass die Funktionalität des Backends für den Redakteur eingeschränkt wird.

Vor der Einfachheit steht die Einrichtung

TYPO3 haftet der Ruf an, sehr komplex und kompliziert zu sein. Sicherlich liegt dieser Ruf in den Anforderungen begründet, die TYPO3 an Web-Entwickler und -Designer bei der Einrichtung stellt. Denn ohne Erfahrung mit der Installation und Einrichtung wird man vom Umfang des Systems zumindest beeindruckt sein. Welche der mehr als 1.200 frei verfügbaren Extensions [3] sollen installiert werden? Welche Rechte gestehe ich als Administrator dem Redakteur zu und welche benötigt er nicht? Lässt man diese Aussage jedoch unkommentiert, so mag der Eindruck entstehen, auch die Bedienung sei kompliziert. Genau das Gegenteil ist der Fall.

Jede Klasse hat ihre eigene Seite. Den Inhalt der Seite editieren die Schüler direkt im TYPO3-Frontend.

Jede Klasse hat ihre eigene Seite. Den Inhalt der Seite editieren die Schüler direkt im TYPO3-Frontend.

Der Internetauftritt der Gemeinschaftsgrundschule Moitzfeld wurde im Rahmen eines Sponsorings umgesetzt [4], so dass für die Schule keine Kosten entstanden. Ist TYPO3 wirklich kinderleicht in der Bedienung? Diese Frage stellte sich die Agentur zu Beginn des Projekts. Kinder, Lehrer und Eltern traten den Beweis an. Nachdem der Schule Konzept und Design vorgelegt und einige erste Inhalte eingepflegt wurden, erfolgte die Schulung einer Gruppe von Lehrern. Schon nach einer zweistündigen Einführung waren alle Schulungsteilnehmer in der Lage, neue Seiten anzulegen, Nachrichten einzugeben, Texte zu ändern und Links zu setzen, also alle inhaltlichen Änderungen selbst vorzunehmen. „Ich bin überrascht, wie einfach wir jetzt unsere Internetseite selbst gestalten können“, meint auch Manuel Blum, Konrektor und Schulungsteilnehmer. In der Zeit nach der Schulung entwickelte das Projekt eine eigene Dynamik, in der die Lehrer und Schüler den Internetauftritt lebendig werden ließen. Angesichts der neu gewonnenen Medienkompetenz wird mancher „Pauker“ sicherlich auch gerne mal beide Augen zudrücken, wenn es im Blog zum Zoobesuch heißt: „Ich fand die ert mänchen schön.die girafen auch schön.“

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